Erwacht zum Leben im Geist der Freiheit

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Der im Kreis des Wandels liegende Baum des Lebens, der mit seinen Wurzeln Richtung Jerusalem weist, durchbricht den „dunklen Ring der Gewalt” mit 11 „Erinnerungssteinen” als Projektionsflächen eines entfremdeten Verstandes. Die „Steine” sind aus Odenwald-Quarz, einem polykristallinem Rosenquarz aus unserer Region. Der Ring ist auch von außen über eine helle und freundliche Fläche aufgebrochen - für den Tanz des Lebens, für eine Erneuerung und Wiedergeburt: Freude kann uns näher zum Licht bringen.

Der
Baum des Lebens steht im Judentum für die Tora (Weisung, 5 Bücher Mose), von der Rabbi Hillel sagte: „Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht. Das ist die ganze Tora und alles andere ist nur die Erläuterung”. Wollte man sich nur daran halten, wäre der Frieden in der Welt nicht mehr weit. Yerushalayim steht auf dem 12. Erinnerungsstein, dem Jerusalem Friedensmal geschrieben. Der 12. Erinnerungsstein steht außerhalb „der Welt zugewandt” am Weg. Dieser Ruf nach einer besseren Welt ist mehr als ein Ort, Jerusalem ist ein Zustand der Schönheit.


Ein Baum des Lebens

Der Kreis des Wandels liegt am Europäischen Fernwanderweg E8. Durch diese Lage soll die Verbundenheit der europäischen Völker deutlich werden und dass man sich für den Frieden auf den Weg machen muss. Im Kreis des Wandels ist der Baum des Lebens in Form eines Reliefs zu sehen. Es ist eine Sicht von oben. Es bedeutet sich in einer inneren Erfahrung selbst zu betrachten. Die Symbolik ermutigt dazu, sein eigenes Leben anzuschauen und guten Entwicklungen bei sich und anderen den Raum zu geben.

Der Kampf gegen das Schlechte in der Welt hat vielleicht nie ein Ende. Würde aber nicht viel an Dunkelheit vergehen, wenn man Schönes und Gutes bei sich und anderen wahrnehmen wollte? So fängt Frieden im Innern an, davon aus wirkt er ins Kleine und davon aus in die großen Zusammenhänge. Mit seinen Wurzeln ist dieser Baum des Lebens nach Jerusalem ausgerichtet. Das ist ein Ruf für eine „bessere Welt“, symbolisiert durch Yerushalayim - dem „himmlischen Jerusalem“.


Erkennet das Heilge in eurer Mitte

Die Inschrift am Eingang zum Baum des Lebens lautet: "Erkennet das Heilige in eurer Mitte". Sie ist auf die graue „Schwelle der Demut”, die den Kreis des Wandels nach außen hin begrenzt, aufgebracht. Um in die Mitte zu gelangen, geht der Besucher „auf dem Gang nach innen” über diese Schwelle. Der Mensch trägt unantastbar Heiliges in sich. Deshalb gilt: Die Würde des Menschen ist unantastbar (1. Artikel des deutschen Grundgesetztes). Mögen wir den inneren Weg dieser Selbsterkenntnis in Richtung Frieden und Freiheit gehen, statt die eigenen inneren Schmerzen in die Umwelt auf andere Menschen und Geschehnisse zu projizieren.


Heilung tiefer Wunden

Im Jahr 1998, zur Zeit der Debatte über einen Bau eines zentralen Mahnmals in Berlin für die ermordeten europäischen Juden, hatte ich die Idee für dieses Projekt. Ich glaube, dass die auf Mahnmale ausgerichtete Erinnerungskultur in Deutschland einen positiven Ansatz braucht, der für ein neues Leben steht. Erst so entsteht auch ein Zugang ohne Schuldgefühle, welche die Menschen so oft in eine Abwehrhaltung bringen. Mahnen und Erinnern alleine reicht nicht. Es braucht im Gedenken Leben und Hoffnung. Es braucht vor allem eine Heilung der tiefen Wunden. Auf dem Weg dazu findet erst die Integration statt, dass man dann wirklich sagen kann, dass etwas aus der Vergangenheit gelernt wurde; dass sich Vergangenheit nicht in einem anderen Gewand wiederholt.

Die Idee vom Kreis des Wandels bringt damit auch Deutschland einen anderen Umgang mit der Shoa, der zu einem Segen werden würde. Nelly Sachs drückte es in einem Gedicht so aus: „Die ihr den Staub nicht von eurer Sehnsucht schütteltet. Die ihr stehenbliebt dort, wo er zu Licht verwandelt wird“.


Dganit Daddo und Schüler aus Israel im Garten der Freiheit
Die israelische Sängerin Dganit Daddo und Schülerinnen aus Israel singen beim Begegnungsfest in Deutschland im Kreis des Wandels.


Von Innen nach Außen

Der Kreis des Wandels ist ein 24-Eck. Man kann 24 Stunden und viele Tage um den Kreis gehen und drehte sich doch nur im Kreise um sich selbst. Erst wenn man innehält und über 2 Stufen - die Schwelle der Demut - mit der Inschrift „Erkennet das Heilige in eurer Mitte“ in den Kreis des Wandels tritt - wenn man von sich loslässt und nach innen geht - wird man sich finden.

Ein Teil des Rings um den Baum des Lebens ist mit dunklem Kies gefüllt. Darin sind 11 Steinblöcke aus Odenwald-Quarz. Sie symbolisieren Projektionsflächen des Verstandes, denn der begrenzte Verstand kategorisiert und projiziert, was Menschen allzu oft für die allgemeine Wahrheit halten. Das macht Probleme im Miteinander. Sind wir Gefangene unserer Projektionen und Ängste oder sehen wir die Fülle des Lebens? So streifen wir also durch den dunklen Ring und erforschen unsere „Steine“ in der Seele, wo sie unsere Liebe blockieren.

Kreis des Wandels mit Jerusalem Friedensmal

Die Symbolik christlich erklärt: In der christlichen Mystik gilt die Zahl 11 als die Zahl der Sünde bzw. besser: "Der Mensch ist entfremdet vom Grund des Seins (Gott), von den anderen Wesen und von sich selbst" (Tillisch, Lexikon der Theologie). 1 ist der Wille Gottes, 0 ist das empfangende Prinzip, die Schöpfung. So symbolisiert die 10 den Willen Gottes in der Schöpfung und auch die 10 Weisungen (Gebote). Bei der 11 ist der aus der Ordnung herausgefallene Wille des Menschen hinzugekommen. Aufgabe ist es, diesen Willen in Einklang mit dem "Grund des Seins" zu bringen. Die Zahl 11 ist also auch die Zahl der Befreiung. Tritt man wieder aus dem Kreis des Wandels heraus, wo man einen inneren Frieden finden kann, trifft man im Außen, wo es um den Frieden in der Welt geht, auf den 12. Stein mit der Aufschrift "Yerushalayim". (Über die Zahl 12: man stelle sich ein Dreieck vor. Der obere Punkt (Geist) in der Mitte integriert die Linie - Dualität der Welt - darunter). Mit der 12 hat man wieder den Einklang mit Gott, dem Grund des Seins, gefunden; sie steht also dafür Gott zu dienen. Auch in der Tora ist es so geschildert: die Israeliten fanden ihre Freiheit (Auszug aus Ägypten) um Gott zu dienen bzw. weil sie Gott dienen wollten.


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Der Baum des Lebens betrifft die Beziehung zur eigenen Seele. Der Baum durchbricht den dunklen Ring von innen. Wie ein gesunder Baum Himmel und Erde verbindet, so hätte auch der Mensch darin das Leben. Auch nach außen oberhalb der "Baumkrone" ist der dunkle Ring bereits aufgebrochen - durch eine beige Tanzfläche. Sie steht für die wahrhaftige Beziehung zum Du, die wie ein Tanz sein mag. Der Religionsphilosoph Martin Buber, der bis zum Jahr 1938 in der Nachbarstadt Heppenheim wohnte, drückte es so aus: „Der Mensch wird am Du zum Ich“. Unsere eigenen blinden Flecken erkennen wir erst, wenn uns ein anderer Mensch in seinem Wesen zum Spiegel wird. Die "Tanzfläche" liegt im inneren Raum, da man den Anderen nicht wahrhaftig sehen kann, wenn man sich selbst nicht sieht.

Die heilsame Antwort ist also die stille Wendung nach innen – es sei ein Ort für die Meditation und das Gebet - die aber ein Gefühl und eine Freude für den Tanz im Leben vermittelt.
 Ein 26 m langer 7-farbiger Regenbogen wird noch als Glasmosaik um die "Baumkrone" gelegt werden. Der Regenbogen ist das Zeichen vom Bund Gottes mit den Menschen. Der Durchmesser der Krone vom Baum des Lebens um den der Regenbogen liegt beträgt 16,60 m. Das ist ein Hinweis auf die einzige Bibelstelle mit dieser Zahl, nämlich Hesekiel 16,60: "Ich will aber gedenken an meinen Bund, den ich mit dir gemacht habe zur Zeit deiner Jugend, und ich will mit dir einen ewigen Bund aufrichten."


Schalom Jerusalem

In der Mitte vom Kreis des Wandels befindet sich die Friedensrose. Sie sei ein Zeichen für Schalom; das heißt Harmonie, Heil, Fülle und Frieden. Dem Symbol liegt die "Weiße Rose" aus Marmor und Granit zugrunde.

Tanzperformance

Schalom (Frieden, Heil) fängt bei einem selbst im eigenen Inneren an. Der Kreis des Wandels ist ein Raum der Heilung und Begegnung. Es zeigt den Gang ins eigene Innere; da, wo wir selbst die Macht haben etwas zu verändern. So kann der Frieden dann nach außen in unsere Gesellschaft wirken. Der Einzelne ist auch Teil einer kulturellen Gemeinschaft mit ihrer Prägung  und ihrer Geschichte. Deshalb wird im Garten der Freiheit Bezug genommen auf „Jerusalem” als die tiefste Wurzel der europäischen Kultur und auf die tiefe Verletzung in dieser Beziehung. Das sei ein wichtiger gesellschaftlicher Impuls für unser Land, sich über das Verständnis von "Jerusalem" wieder neu zu finden und es wird zu einer Idee von Jerusalem in den deutsch-jüdischen Beziehungen.



Die Rose des Friedens im Garten der Erneuerung


Die Rose des Friedens besteht aus der Blüte einer „Weißen Rose“ und einem darauf liegenden Stern: ein Herz das lebt! Auch dieser Stern steht für die Verbindung von „Himmel“ und „Erde“; von Geist und Materie. Die Rose befindet in der Mitte vom Baum des Lebens im Kreis des Wandels: der Mensch kann in sich Himmel und Erde verbinden wie ein Baum; christlich gesprochen ist das der vom Heiligen Geist erfüllte Mensch. Es gibt zwei Dreiecke im Stern; das eine Dreieck mit dem brauen Fleck in der Spitze weist Richtung Rheintal mit dem ehemaligen "Jerusalem am Rhein" und das andere Dreieck mit dem brauen Fleck in der Basis weist Richtung Jerusalem in Israel. In der Mitte des Sterns ist der Wendepunkt zum Leben mit der Inschrift "Chai" eingelassen. Auf diesen einen Punkt in der Mitte bezogen wurde diese ganze Stätte des Friedens und der Freiheit konstruiert. In diesem einen Punkt, der alles verbindet, gibt es keine Ideologie. Hier ist Schalom, d. h. Harmonie, Heil, Fülle und Frieden. - Dieser Punkt in der Mitte liegt genau 72 cm über der Ebene vor der 1. Stufe der "Schwelle der Demut". Das ist ein Hinweis auf die 72 Gottesnamen; es geht um Erfahrung.


Eingang in dem Baum des Lebens

Die Menschen zogen ihre Schuhe aus als sie in den Baum des Lebens eintraten. Es ist ein Zeichen, Gewohnheiten und Vorurteile abzulegen und sich für eine Erfahrung aus dem Herzen zu öffnen. In dieser Mitte kann sich Schalom finden. Der Kreis des Wandels kann dem Menschen die innere Sehnsucht nach Heiligkeit wieder bewusster machen. Wir brauchen Zeichen der Hoffnung, die das Gute in uns berühren. Das größte Unglück in einer Gesellschaft geschieht nicht durch „böse Menschen“, sondern weil das gute Potential in ihr nicht erkannt wird! Verantwortung für das Leben ist positiv. Sie will sich im Engagement freiheitsliebender und mündiger Bürger ausdrücken. In diesem Sinn wurde dieses Projekt in vielen Jahren ehrenamtlicher Arbeit auf dem eigenen Grundstück umgesetzt. Freier Friede walte auf Erden; Licht, Liebe und Leben.


Abendstimmung

Abendstimmung im Garten der Freiheit

Blick vom
Kreis des Wandels aus ins Rheintal auf die SchUM Stadt Worms.

Besuche: