Erwacht zum Leben im Geist der Freiheit

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Schalom meint den umfassenden Frieden, der in der eigenen Seele verankert ist. Frieden wird als eine Haltung verstanden, die von innen nach außen wirkt. Dafür steht die Rose des Friedens in der Mitte des Gartens der Freiheit. Dieser umfassende Friede lässt niemanden außen vor. Alle Menschen haben ihren Schmerz und ihre Freude. Jeder kann diesen Ort besuchen und Schalom als Frieden im eigenen Herzen finden. Dieser Ort hat somit etwas vom himmlischen Jerusalem. Damit ist es auch kein "Denkmal für die Juden" oder ein "Denkmal für die Deutschen", sondern ein Schalom für den Menschen.


Schalom

Im Lärm und Kampf
bestehen und siegen
soll die Weisheit darin liegen
sich im Innern zu verbiegen?

*
Aus der Stille, aus dem Innern,
reicher als des Goldes Schimmern,
reiner Worte sich erinnern
dass sie richten Seelen auf


(T. Zieringer, 2014)

Ziele des Projekts

  • Der Garten der Freiheit zeigt in seiner Symbolik mit dem Jerusalem Friedensmal und dem Kreis des Wandels  die Versöhnung zwischen Menschen und die Versöhnung mit uns selbst in unserem eigenen Wesen. Sich der Vergangenheit zu stellen und eine Verbindung zu ihr zu haben ist wichtig, sogar wenn darin Schmerz liegt. Aber es geht darüber hinaus: wir müssen uns darum bemühen wollen, die Last der Vergangenheit in einen Segen für die Zukunft zu wandeln. Nur dann können wir von wahrer Verantwortung sprechen. Dafür wirkt dieser Ort des Schalom.
  • Diese Arbeit geschieht am Fundament unserer Kultur, welche sich in über tausend Jahren entwickelte. Um eine Nachhaltigkeit sicherzustellen müssen die spirituellen Erkenntnisse in der materiellen Welt sichtbar werden; in der Sprache der Kunst, in den Symbolen und Denkmälern einer Kultur. Dieses Projekt dient diesem Ziel.
  • Ohne die Idee des Friedens in den Herzen der Menschen wird es keinen Frieden in der Welt geben. Dieser Ort soll dafür Bewusstsein schaffen.


Vergangenheit


Als Ort für den Garten der Freiheit wurde ein Grundstück auf einem Hügel oberhalb eines ehemaligen Bergwerks gewählt. So kann man also dieses Tal überblicken. Hier befand sich im sog. 3. Reich eine Außenstelle des KZ Natzweiler-Struthof. Somit werden auch die Themen Krieg, Verfolgung und das dem sog. 3. Reich eigene Lagerwesen, das mit KZ's und den zahlreichen Außenlagern Europa "überspannte", berührt. Vom Kreis des Wandels aus kann man in die Rheinebene schauen. Hier befand sich einst das "Jerusalem am Rhein", eine jüdische Hochkultur im frühen Mittelalter. Diese Gegend gilt als der Geburtsort der jüdisch-aschkenasischen Kultur und wurde während der Zeit der Kreuzzüge durch Kreuzritter zerstört. Die Themen der Vergangenheit fließen durch die Wahl des Ortes vom Garten der Freiheit indirekt ein. Die Friedens- und Freiheitsstätte entsteht also nicht als schöne Idee in der grünen Landschaft, sondern tatsächlich am geeigneten Ort als ein nächster Schritt in der Erinnerungskultur.



Wendepunkt

Der Wendepunkt im Garten der Freiheit

Hier geht es zum Wendepunkt

„Erinnern alleine reicht nicht!” - ist der Anspruch des Gartens der Freiheit wie er in die Gesellschaft wirken soll. Es braucht die heute wahrgenommene Verantwortung für das Leben. Die Aussage am Ort „Wo sich Staub zu Licht wandelt” beschreibt einen Prozess, der sich positiv immer weiter in die Zukunft fortsetzen kann. Das steht der Vorstellung entgegen, eine Vergangenheit „endgültig bewältigt” zu haben, denn wo sollte eine positiv wahrgenommene Verantwortung (Tikun Olam) denn enden? Dabei geht es nicht um ein Handeln aus Schuldgefühlen heraus, sondern um eine echte Bewusstwerdung. Es ist damit auch die Chance, die jungen Generationen zu erreichen. Hier ist eben nicht der Frieden der Friedhofsruhe gemeint, sondern neues Leben; ein Frieden, der täglich neu gelebt selbst zum Weg wird.

„Dass wir die Zäune im Miteinander überwinden und unseren Halt nicht hinter Zäunen der Ideologie suchen” - ist auf dem
Jerusalem Friedensmal im Garten der Freiheit zu lesen. Gesellschaften wie Lebewesen sind immer in einer Veränderung. Dieser Garten sei Erinnerung, aber auch Ermutigung und Zeichen für die positive Veränderung hin zur Freiheit und zum Licht; hin zum Leben.

Das Leben ist schön. Von der Dunkelheit in der Welt ist viel in den Zeitungen zu lesen. Sie ist Teil unseres eigenen Lebens und berührt unsere Geschichte, unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen. Und doch wissen wir, dass wir nie in einer Welt zufrieden sein können, in der Ignoranz und grundloser Hass überschattet, was eigentlich ein Leben erfüllt von Schönheit, Wahrheit und Güte sein sollte.



Ein identitätsstiftendes Symbol

Liebe der Rose

Wenn unser Land sich seiner Vergangenheit nicht so zu begegnen lernt, dass es ehrlich seine Schwächen erkennen will, also Verantwortung übernimmt, dann wird es nicht die Kraft haben, als Kultur in den Herausforderungen der Zeit zu bestehen. Dieses Projekt soll Impuls und Projektionsfläche für diesen Wendepunkt sein (in der Mitte der weißen Rose des Friedens). Es geht hier also nicht darum, den Deutschen noch ein weiteres mal ihre Schuld aufzuzeigen. In der Selbsterkenntnis sollen die Voraussetzungen entstehen, dass unsere Nation wieder in die innere Stärke und Überzeugung findet, ihre Zukunft und die weitere Entwicklung positiv und lebensbejahend zu gestalten.

Das zentrale Element im
Garten der Freiheit ist der 26 m durchmessende Kreis des Wandels. Es steht für einen anderen Umgang mit der Vergangenheit. Die Kunst als Sprache ist geeignet diesen Impuls zu geben und die langfristigen gesellschaftlichen Folgen eines solchen Impulses können weitreichend sein. Vergleichbares gibt es nicht in Deutschland. Der Kreis des Wandels symbolisiert den Schritt aus der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in die Integration. Darin - „was aus der Vergangenheit gelernt wurde” - liegt die Verantwortung für ein aktives gesellschaftliches Engagement für Frieden und Freiheit, was Zivilcourage und was ein bürgerschaftliches Engagement erfordert. Damit wird der Garten der Freiheit zum positiven identitätsstiftenden Symbol für unser Land.



Ein Gedenken das in die Zukunft reicht


Dieser Ort bringt ins Bewusstsein, dass ein Denkmal gleichermaßen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindend ansprechen kann. Es wird hier keine Vergangenheit "bewältigt". Vergangenheit ist immer Gleichnis für die Gegenwart, aus der Zukunft entsteht. Sie wiederholt sich - allerdings immer anders - wenn sie nicht verstanden wurde. Im
Garten der Freiheit wird dieser Mechanismus von dem im Kreis des Wandels liegenden Baum des Lebens durchbrochen, der für das innere klare Erkennen steht. Er ist umgeben von einer Tanzfläche. Sie steht für den Austausch in der Gemeinschaft mit anderen Menschen, denn der Mensch lernt sich selbst erst in der Kommunikation mit dem "Du" zu erkennen  (Philosophie Martin Bubers).

Die Tanzfläche steht auch für einen anderen Umgang miteinander. Statt sehr schnell in die Kategorisierungen "Gegner und Feinde" oder aber "Unterstützer und Freunde" zu gehen, sieht man den Anderen als ein Tanzpartner. Das öffnet eine neue Freiheit im Umgang miteinander. Man lernt voneinander und probiert neue Figuren aus.

Der Garten der Freiheit bringt den Impuls eines wertschätzenden Gedenkens, das lebensbejahend und zukunftsorientiert ist, in die deutsche Erinnerungskultur. Damit erreichte man auch wieder die jüngeren Generationen und es wäre damit ein Verständnis jenseits aufgeladener Schuldgefühle zu vermitteln. Dieser Garten der Freiheit könnte sogar als Brücke für ein tieferes Verständnis des Mahnmals für die ermordeten Juden  in Berlin dienen. Eines der Problem in der deutschen Gedenkkultur ist, dass der Eindruck entstanden ist es dürfe nur über das Leid der Anderen gesprochen werden und die Beschäftigung mit dem eigenen Leid sei der erste Schritt in die Verleugnung der deutschen Verbrechen an den Juden. Psychologisch gesehen ist es aber tatsächlich so, dass wer zum eigenen Leid keine Beziehung herstellen kann, auch in kein wirkliches Verständnis vom Leid eines Anderen kommen kann.


Verantwortung bedeutet,
einen Schritt weiter zu gehen -

ins Leben

Es bedeutet nicht, sich des Leidens nicht mehr zu erinnern, sondern zu verwandeln

Verantwortung bedeutet,
einen Schritt weiter zu gehen -

in die Liebe

Die Liebe fragt nach der Wertschätzung des Lebens und der Würde des Menschen

Verantwortung bedeutet,
einen Schritt weiter zu gehen -
in die Freiheit


Ein Zeichen jüdisch-christlicher Versöhnung

Der Garten der Freiheit soll zu einem tieferen Verständnis unserer kulturellen Wurzeln befreien. Die Gestaltung besteht im wesentlichen aus Symbolen und den damit verbundenen Metaphern, die in unserem christlichen Kulturraum verankert sind. Die Wurzel "Jerusalem" reicht über das Christentum bis ins Judentum. Es ist dies die tiefste Wurzel unserer europäischen Kultur; verletzt in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

Der Gedanke der Heilung der kultureller Wurzeln ist in die Wahl der Symbole eingeflossen: „Jüdisch in der Gestaltung ist das Wort „Yerushalayim“ auf dem Jerusalem Friedensmal, das an diese Wurzel und die damit verbundenen Werte (Tora) erinnern soll. Als jüdisch darf auch der Stern auf der Rose des Friedensverstanden werden. Diese Rose mit dem Stern ist aber genauso auch christlich, so wie es der Baum des Lebens  im Kreis des Wandels ist, in dem sie sich befindet. Durch den Bezug zu Jerusalem als Wurzel wird die jüdische Kultur und die Idee von Jerusalem gewürdigt. Die Stadt Jerusalem ist der bedeutendste Ort für das Christentum.

 

Licht der Liebe

Gleichzeitig gibt es im Christentum und Judentum die Metapher vom himmlischen Jerusalem. Es gilt als Vision einer Welt, die in Frieden und Freiheit ist. Der Mensch bemüht sich nach dieser Auffassung, das irdische Jerusalem dem himmlischen Jerusalem näher zu bringen und sich so mit Gott zu versöhnen. Diese beiden Aspekte "Wurzel Jerusalem" und "himmlisches Jerusalem" werden durch das Jerusalem Friedensmal im Garten der Freiheit symbolisiert. Es braucht Wurzel und Vision! Auch ein Baum hat beide Aspekte: er kann seine Äste nicht hoch in den freien Himmel strecken, wenn er die Wurzeln dafür nicht hat.


Geopark Bergstraße-Odenwald

Mit dem
Garten der Freiheit im Geopark Bergstraße-Odenwald wird ein Teil der charakteristischen Kulturlandschaft des Odenwaldes bewahrt. Die großen Erinnerungssteine stammen vom Borstein, ein Steinbruch 2,4 km entfernt. Nirgendwo sonst wird dieses für den Odenwald charakteristische Gestein, eine Form von Rosenquarz, noch gefördert.


Schalom und Frieden

Frieden und Schalom. Rabbiner Mordechai Mendelson und der Künstler Thomas Zieringer besuchten zusammen den Garten der Freiheit.

Besuche: