Erste Stufe - für den Eingang in den Zirkel der Erneuerung

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Gedanken zur Vorbereitung des Baus des Gartens der Freiheit

Hier erfahren Sie die Gedanken hinter dem Projekt in verschiedenen kurzen aneinander gereihten Texten, die ich vor dem Jahr 2010 geschrieben hatte. Danach erst begann durch den Bau der Friedens- und Freiheitsstätte und die Auseinandersetzung mit der Umwelt der Weg des Ideals in die Welt.

Kultur entwickelt sich an ihren gesetzten Zeichen, denn sie machen Entwicklungsschritte verbindlich und verwurzeln sie in der kulturellen Tradition. Denkmäler gibt es viele - Kriegsdenkmäler und Mahnmäler meist. Diese Friedens- und Freiheitsstätte für unser Land wird in ihrem Kontext etwas Neues sein. Auch darin, dass es eine Privatinitiative ist und nicht "von oben" verordnet wurde. Eigentlich ist es auch nur so ehrlich. Es muss von unten nach oben wachsen. So entsteht ein gesundes Fundament.

Welche Denkmäler setzen wir uns als Kultur und welche Wirkung hat das auf das kollektive Bewusstsein? 1998 veröffentlichte ich ein Buch, welches die Debatte um das Holocaust-Mahnmal in Berlin mit einer Antwort auf diese Frage bereichern sollte. Könnte der ehrliche Umgang mit dem Thema nicht die Erkenntnis bringen, dass erst überhaupt durch eine Integration "aus der Vergangenheit gelernt" werden kann? Bedeutet das nicht, dass neben Mahnmälern in unserem Land dann auch Friedenszeichen gebaut werden müssten?

Das Mahnmal weist auf die Auseinandersetzung mit einem schmerzhaften Thema hin. Leid wird angesprochen, aber es kommt zu keiner Integration dessen, was in der Seele und in der Gesellschaft die Menschen trennt. Im
Garten der Freiheit wird auch Leid angesprochen, aber immer in der Fragestellung, wie das Leid des Vergangenen uns zum Wendepunkt für eine Erneuerung werden kann; für das Leben. Erst damit können wir uns frei fühlen in der Veränderung der Dinge; wo der "Staub unserer Sehnsucht verwandelt wird zu Licht" (Nelly Sachs).

Identität: Wer bin ich?  ——>  Mahnmal: Bruch / Baum der Erkenntnis  ——>  Friedensschluss: Integration im Baum des Lebens (zentrales Symbol im Garten)

Gelingt es diesen Garten der Freiheit zu etablieren - von unten, als Bürgerengagement - bedeutete das einen Paradigmenwechsel in der Erinnerungskultur. Neben den Mahnmälern werden sich dann auch weitere Denkmäler und Kunstwerke etablieren können, die für einen Friedensschluss, die für ein neues Leben in Frieden und Freiheit für den Menschen stehen. Bezogen auf das Identitätsgefühl der Deutschen ist es das Gegenteil eines Schlussstriches: es bedeutet, die Verantwortung aus einer dunklen Vergangenheit in der Gegenwart leben zu wollen und sich und andere nicht abermals in ideologischer Verblendung zu verletzen.

Das Projekt ist ein Aufruf, den Frieden in Freiheit und gesunden Grenzen zu leben, die Begegnung zu wagen und das Potential im Nächsten und in einem selbst zu erkennen und es zu würdigen.
„Erkennet das Heilige in euer Mitte” - steht auf der Schwelle vom Kreis des Wandels.

Besuche: