Erwacht zum Leben im Geist der Freiheit

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YERUSHALAYIM - 3000 km - Ein Ruf voller Liebe nach Freiheit für den Menschen. Dass wir die Zäune im Miteinander überwinden und unseren Halt nicht hinter Zäunen der Ideologie suchen.


Erinnere Jerusalem

Yerushalayim (dt. Jerusalem, Gründung des Friedens) ist auf dem Jerusalem Friedensmal am Eingang des Gartens der Freiheit zu lesen. Der Name Jerusalem ist seit jeher eine Metapher für Schönheit, Hoffnung und Licht. Als „himmlisches Jerusalem” ist er ein Ruf nach einer Welt, in der Menschen in Frieden, Freiheit und Würde zusammenleben. Die hebräische Form des Namens wurde als ein versöhnendes Bekenntnis (Numeri 24:9) zu einer jüdischen Wurzel der europäischen Kultur gewählt. So wurden über das Christentum Werte der Tora, z. B. die 10 Gebote, in unserer Kultur verankert. Es sind Werte des Lebens.

Jesus war Jude und hat seinen Glauben nie verlassen. Er hatte die Tora ausgelegt, aber keine neue Religion gegründet. "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen" (Matthäus 5,17).


Eine Grußbotschaft

"Jerusalem ist mehr als ein Ort, Jerusalem ist ein Zustand der Schönheit. Jerusalem ist überall dort, wo Schönheit ist. Jetzt ist auch etwas davon bei Ihnen in Bensheim; und Bensheim kann damit auch in Jerusalem sein, wenn es will. Um in das Jerusalem von oben zu gelangen, muss man durch das Jerusalem von unten. Diese Möglichkeit hätte nun jeder in Bensheim…  mehr"  Rabbiner Andrew Steiman


Yerushalayim - Jerusalem Friedensmal


Frieden und Zäune (September 2015)

„Jerusalem“ ist mehr als eine religiöse Ideologie; es bezeichnet eine Idee des Lebens.  Diese ist wie die Hoffnung aus einem dunklen Traum aufzuwachen und sich in einer Welt wiederzufinden, in der Menschen sich nah sind und in aller Aufrichtigkeit berühren. Das beginnt in den Worten, die wir sprechen. Doch diese Nähe, in die jeder seine Schönheit einbringen mag, ist ohne gesunde Grenzen nicht möglich. Wir würden uns sonst verlieren. Die Grenzen müssen wir zunächst erkennen. Sie sind zu achten. Nur im Miteinander, im gegenseitigen Einverständnis, lassen sich Grenzen (Zäune) überwinden. Doch "überwinden" heißt nicht "abreißen" oder Grenzen nicht mehr wahrzunehmen.

Ohne Abgrenzung ist Leben nicht möglich. Zäune und Grenzen errichten wir um Werte und die Verschiedenartigkeit von Vorstellungen und Strukturen zu schützen. Materie selbst ist Struktur, also Begrenzung. Je durchgeistigter eine Kultur, je mehr die gesunden Grenzen und die Werte im Innern verwirklicht sind, desto mehr können tatsächlich auch die äußeren Zäune innerhalb dieser Kultur fallen. Es bleibt die natürliche Abgrenzung nach außen.

Stefan Wolf am Jerusalem Friedensmal

Ein "himmlisches Jerusalem auf Erden" ließe sich auch nicht durch das Einreißen von Zäunen erzwingen. In dieser Vorstellung liegt nicht Frieden und Menschlichkeit, sondern ideologische Verblendung und Rücksichtslosigkeit gegenüber dem, was Zäune schützen. Die Folge davon sind noch mehr Streit und Krieg. „Yerushalayim, dass wir unseren Halt nicht hinter Zäunen der Ideologie suchen“ - steht auf dem Jerusalem Friedensmal am Europäischen Fernwanderweg. Es gibt einen friedlichen Weg Grenzen zu überwinden. Dieser kann nur bei uns selbst beginnen. Der Friedensweg ins eigene Innere führte wieder nach außen in die Verantwortung in der Welt. Die aktuellen politischen Ereignisse in Deutschland zeigen deutlich, wie wichtig eine Heilung der kulturellen Wurzeln der Deutschen ist.


Rabbiner Mendelson und Thomas Zieringer
Rabbiner Mordechai Mendelson am Jerusalem Friedensmal

Heilung

Jerusalem  ist Wurzel und Vision, eingewebt in unserer Kultur; vielfach verletzt in Vergangenheit und Gegenwart. Die Freiheit und die Fülle des Lebens, die wir uns als Menschen und als Gesellschaft wünschen, sind ohne eine Heilung der tiefen Wunden in der eigenen Seele und im kollektiven Bewusstsein nicht zu leben. Erst das machte uns frei für ein umfassenderes Verständnis der Welt und für verantwortliche Handlungsweisen heute. "Aus der Vergangenheit lernen" bedeutet, eine Bürde der Vergangenheit in einen Segen für die Zukunft zu wandeln.


Deutsche Vergangenheit

Die unbeschriftete Seite des Jerusalem Friedensmals weist nach Westen ins Hochstädter Tal, in dem es aufgrund von Bergbau seit dem Jahr 1865 zahlreiche unterirdische Stollen gibt. Noch gegen Ende des 2. Weltkrieges sollte dort deshalb geschützt vor Luftangriffen eine Rüstungsproduktion aufgebaut werden. Dafür wurden verschleppte Griechen und KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter eingesetzt. Das Thema ist Krieg und Gewaltherrschaft und unser Umgang mit der deutschen Vergangenheit. Dieses Lager wurde als Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof im Elsass geführt. Thema ist somit auch das eine System von Haupt- und Außenlagern, das am Ende des Krieges ganz Europa überzog und sogar kleine Ortschaften wie Hochstädten umfasste. Hier finden Sie meine mit zeitgeschichtlichen Dokumenten belegte Abhandlung über diese deutsche Vergangenheit am Ort.


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Das Jerusalem Friedensmal mahnt im Kontext eines Zivilisationsbruchs, sich nicht von Ideologien gefangen nehmen zu lassen und sich der Werte zu erinnern, die uns vom himmlischen Jerusalem sprechen lassen. Die Schwelle unter dem Friedensmal mit dem Satz "Wo sich Staub zu Licht wandelt" weist dafür auf den Kreis des Wandels  rechts vom Friedensmal.


Hoffnung

Wir wissen, dass wir nie in einer Welt zufrieden sein können in der Ignoranz und Hass überschattet, was eigentlich ein Leben erfüllt von Schönheit, Wahrheit und Güte sein sollte. Nur wo Licht ist, kann Dunkelheit weichen und so ist es die positive Seite "Yerushalayim", die dem Jerusalem Friedensmal den Namen gibt. Der Name ist eine Hoffnung für die Welt. Der Frieden Jerusalems ist universell; er gilt allen Menschen. Jerusalem könnte und sollte die Menschen zueinander bringen.

 

Wo sich Staub zu Licht wandelt

 „Ihr Zuschauenden, die ihr keine Mörderhand erhobt, aber die ihr den Staub nicht von eurer Sehnsucht schütteltet, die ihr stehenbliebt, dort, wo er zu Licht verwandelt wird“ - schrieb nach der Shoah die Jüdin Nelly Sachs in einem Gedicht. Denkmäler können eine Ermutigung sein, sich für Frieden und Freiheit zu engagieren und so aus der Vergangenheit zu lernen. Wo erleben wir Krieg statt Frieden im eigenen Leben? Wie können wir Verantwortung im Sinne von Yerushalayim - dem himmlischen Jerusalem - in der Welt übernehmen? Wo fängt unsere Verantwortung an?  Wo sich Staub zu Licht wandelt“ - diese Inschrift auf dem Boden vor dem Jerusalem Friedensmal weist zum Baum des Lebens im Kreis des Wandels. Es zeigt den Gang in die eigene Mitte: Frieden und Freiheit fangen im eigenen Innern an. 

„Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest“ (Gandhi).

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